Freitag, 5. Oktober 2007

Autos und Autofahren

Hi!



Da ich sehr viel Zeit (teils gezwungenermaßen) im Auto hier
verbringe, habe ich beschlossen ein paar Zeilen zu diesem
Thema hier nierderzuschreiben.

Zu allererst: Hier fährt jeder mehr oder weniger wie er will.
Wer Drängler hasst, sollte lieber nicht nach Südafrika kommen,
denn drängeln ist hier eigentlich normal. Vor allem auf der
Autobahn, wenn sich der Verkehr mal wieder staut, drückt sich
jeder - meist ohne vorher zumindest zu blinken - vor dir und
hinter dir in jede noch so kleine freiwerdende Lücke, um
Meter zu gewinnen.
Ich sehe mich selbst eher als ruhigerer Teilnehmer im
Straßenverkehr, aber ich muss sagen, dass ich mein Wortschatz
an Beleidigungen und Flüchen etc. hier während des Autofahrens
stark erweitert hat. ;)
Leider haben die Südafrikaner bisher noch nicht realisiert,
dass das Drängeln den Stau meist noch verschimmert.
Durch die Fahrweise kommt natürlich hinzu, dass ca. alle 10km
irgendein Unfall entsteht...anstatt auf den Seitenstreifen zu
fahren, bleiben die Unfallbeteiligten dann meistens noch
mitten auf dem Highway stehen.

Aber der Stau ist für viele eigentlich kein Problem, es gibt
ja auch noch einen Seitenstreifen. Komischerweise fahren hier
sehr viele Autos mit Blaulicht, orangenem Licht und sonstigem
Geblinkein der Gegend herum...ich schätze mal, dass ca. 80%
sich die Dingerselbst eingebaut haben, um sich den Verkehr
vom Hals zu halten!
A propos Seitenstreifen...mindestens alle 10km steht dort
irgendein kaputtes Auto. Das ist an sich auch kein Wunder,
da es in Südafrika keinen TÜV gibt und die Leute teilweise mit
den letzten Schrottlauben herumfahren.
Abgasuntersuchungen gibt es definitiv auch nicht, denn wenn
man hinter den hiesigen LKWs länger als eine Minute fährt,
erleidet man fast den Erstickungstod!
Letztere sind dann auch meist noch total überladen und sind
dann die Ursache für die Bodenwellen, die garantiert nie
langweiliges Fahren aufkommen lassen - vor allem nachts.
Trotzdem macht es irgendwie Spaß hier zu fahren...sehr aufregend!
(Macht aber nur Spaß mit südafrikanischem Fahrstil)
Vermutlich ist der Fahrstil hier auch darauf zurückzuführen,
dass es eigentlich keine Fahrschulen gibt. Um hier fahren zu
lernen, setzensich 17-jährige ans Lenkrad (mit einer Person mit
Führerschein) und fahren solange rum, bis sie halbwegs fahren
können. Mit 18 können siesich dann zur Prüfung anmelden.
Gesamtkosten 100-200€)
Eigentlich ist es eh halb so wild, wenn man ohne
Führerschein oder 100km/h zu schnell fährt.
Es gibt hier zwar auch saftige Strafen, aber der Polizeibeamte
gibtsich normal mit erheblich weniger zurfrieden, wenn man ihm
einen kleinen Betrag direkt in seine eigene Tasche bezahlt.

Was auch total anders ist als in Deutschland:
Fast jeder (auch Frauen) sind hier total verrückt nach Autos.
Obwohl diese genausoviel wie in Deutschland kosten (und das
ist viel, wenn man das ZA-Einkommen betrachtet) fahren hier
sehr viele mit aufgemotzten Autos herum. Ich kann hier an
meinem Auto auch ändern was ich will (ausgenommen Motor).
Außerdem fährt hier z.B. fast niemand einen 316er oder 318...
...wer hier schon ein Auto kauft, dann schon die High-End
Version (z.B. 330er).
Treffen sich zufällig zwei schnelle Autos an der Ampel, dann
wird durch Lichthupe und Warnblinker ein kleines Rennen
vereinbart. Ist sozusagen inoffizieller Volkssport hier.

Soviel zum Thema...jetzt freue ich mich aber wieder auf die
nächste Fahrt in Jozos Polo GTI (ca. 14s auf 400m und -wenn
die Reifen beim normalen Beschleunigen mal nicht durchdrehen
unter 6s von 0 auf 100km/h...nicht schlecht oder?)!;)

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