Da mich viele Fragen, ob es in Südafrika gefährtlich ist und
allgemein viel über die Kriminalität hier fragen, will ich mit
diesem Post meine Eindrücke darüber zum Besten geben.
Zuerst einmal die Fakten:
Die Zahl der jährlichen Morde in Johannesburg übersteigen
die Zahl der Toten durch Verkehrsunfälle. Damit ist
Johannesburg auf Platz 1 der gefährlichsten Städte der Welt.
Statistisch gesehen wir jede 2. Südafrikanerin in ihrem
Leben einmal vergewaltigt.
Der Hauptgrund für die Verbrechen ist die soziale Ungleichheit.
Die Armen, zumeist aus der schwarzen Bevölkerung des Landes
haben praktisch nichts zu verlieren und somit auch keine Skrupel.
Als Folge dessen zieht die wohlhabendere Bevökerung in
abgesperrte Wohnkomplexe, die durch Schranken und private
Sicherheitsdienste überwacht werden. Um so gut wie jedes Haus
sind hier 2m hohe Mauern mit Stahltor gebaut. Daraus resultiert
wiederum, dass sich vermehrt organisierte Verbrechergruppen
bilden.
Soweit zu Statistik. Ich habe schon mal geschrieben, dass man
tagsüber nie im Leben denken würde, dass Kriminalität ein
Problem ist. Mit den ganzen Schutzmaßnahmen, z.B. ist auch
auf jeden Parkplatz Wachpersonal, ist es ein bisschen so wie die
Ruhe vor dem Sturm. Die Gefahr sitzt sozusagen immer ein
wenig im Nacken. Ich habe mittlerweile auch schon einige Dinge
mitbekommen und in den Medien wird auch stets von Morden,
Vergewaltigungen etc. berichtet.
Wichtig ist vor allem, dass gewisse Regeln befolgt werden. So
ist es nicht empfehlenswert sich zu Fuß nachts außerhalb eines
geschützten Komplexes zu bewegen. Schon gar nicht sollte
man irgendwo alleine unterwegs sein. Zudem muss man darauf
achten bestimmte Gegenden zu meiden. Im Prinzip sollte man
stets seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, also nicht
mit der dicken Geldbörse oder dem Edelhandy am Ohr in einem
heruntergekommenen Gebiet herumwedeln.
Sehr wichtig ist es immer achtsam zu sein...so werfen z.B. viele
Autoräuber Gegenstände in die Fahrbahn, um danach das
gestoppte Vehikel zu hijacken.
Ein weitere Regel ist, in keine Routinen zu verfallen, d.h. nicht
immer zu den gleichen Zeiten einzukaufen etc., da die
Verbecher ihre Opfer oft über einen längeren Zeitraum
beobachten, um dann kalkuliert zuzuschlagen.
Wenn man sich an diese Grundsätze hält, kann man die Gefahr
um ein erhebliches Maß eindämmen. Natürlich kann immer
jemand kommen und mich einfach im Supermarkt erschießen,
aber genausogut kann ich auch in Deutschland überfahren
werden oder vom Blitz getroffen werden. Die Chance, dass
das passiert, ist, ehrlich zugegeben, schon um ein gutes Stück
geringer.
Das ist mein Eindruck, den ich hier durch Lektüre,
viele Gespräche und eigene Erfahrungen gewonnen
habe. Falls jemand mehr weiß, lasse ich mich gerne
belehren.
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