Freitag, 28. September 2007

Kriminalität in Südafrika

Da mich viele Fragen, ob es in Südafrika gefährtlich ist und
allgemein viel über die Kriminalität hier fragen, will ich mit
diesem Post meine Eindrücke darüber zum Besten geben.

Zuerst einmal die Fakten:
Die Zahl der jährlichen Morde in Johannesburg übersteigen
die Zahl der Toten durch Verkehrsunfälle. Damit ist
Johannesburg auf Platz 1 der gefährlichsten Städte der Welt.
Statistisch gesehen wir jede 2. Südafrikanerin in ihrem
Leben einmal vergewaltigt.

Der Hauptgrund für die Verbrechen ist die soziale Ungleichheit.
Die Armen, zumeist aus der schwarzen Bevölkerung des Landes
haben praktisch nichts zu verlieren und somit auch keine Skrupel.
Als Folge dessen zieht die wohlhabendere Bevökerung in
abgesperrte Wohnkomplexe, die durch Schranken und private
Sicherheitsdienste überwacht werden. Um so gut wie jedes Haus
sind hier 2m hohe Mauern mit Stahltor gebaut. Daraus resultiert
wiederum, dass sich vermehrt organisierte Verbrechergruppen
bilden.

Soweit zu Statistik. Ich habe schon mal geschrieben, dass man
tagsüber nie im Leben denken würde, dass Kriminalität ein
Problem ist. Mit den ganzen Schutzmaßnahmen, z.B. ist auch
auf jeden Parkplatz Wachpersonal, ist es ein bisschen so wie die
Ruhe vor dem Sturm. Die Gefahr sitzt sozusagen immer ein
wenig im Nacken. Ich habe mittlerweile auch schon einige Dinge
mitbekommen und in den Medien wird auch stets von Morden,
Vergewaltigungen etc. berichtet.
Wichtig ist vor allem, dass gewisse Regeln befolgt werden. So
ist es nicht empfehlenswert sich zu Fuß nachts außerhalb eines
geschützten Komplexes zu bewegen. Schon gar nicht sollte
man irgendwo alleine unterwegs sein. Zudem muss man darauf
achten bestimmte Gegenden zu meiden. Im Prinzip sollte man
stets seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, also nicht
mit der dicken Geldbörse oder dem Edelhandy am Ohr in einem
heruntergekommenen Gebiet herumwedeln.
Sehr wichtig ist es immer achtsam zu sein...so werfen z.B. viele
Autoräuber Gegenstände in die Fahrbahn, um danach das
gestoppte Vehikel zu hijacken.
Ein weitere Regel ist, in keine Routinen zu verfallen, d.h. nicht
immer zu den gleichen Zeiten einzukaufen etc., da die
Verbecher ihre Opfer oft über einen längeren Zeitraum
beobachten, um dann kalkuliert zuzuschlagen.

Wenn man sich an diese Grundsätze hält, kann man die Gefahr
um ein erhebliches Maß eindämmen. Natürlich kann immer
jemand kommen und mich einfach im Supermarkt erschießen,
aber genausogut kann ich auch in Deutschland überfahren
werden oder vom Blitz getroffen werden. Die Chance, dass
das passiert, ist, ehrlich zugegeben, schon um ein gutes Stück
geringer.

Das ist mein Eindruck, den ich hier durch Lektüre,
viele Gespräche und eigene Erfahrungen gewonnen
habe. Falls jemand mehr weiß, lasse ich mich gerne
belehren.

Donnerstag, 27. September 2007

Sun City

Hey zusammen!
Schon wieder sind fast 2 Wochen hier verstrichen...

Zunächst einmal kurz eine Zusammenfassung meiner letzten
Woche. Über das verlängerte Wochenende hier in Südafrika
aufgrund des Heritage Days waren wir für ein paar Tage im
etwa 2h entfernten Sun City.
Sun City, von den Südafrikanern auch Sin City
(in Anlehnung an Las Vegas) und The Lost City genannt
(aufgrund der Lage), befindet sich irgendwo im Nimandsland,
ca. 2h von Johannesburg entfernt.
Diese "Stadt" ist ein riesiges Vergnügungareal mit 2 Casinos,
Clubs unglaublich luxuriösen Hotels alles im Stile einer
vergessenen Ruine gestaltet. Der Palast in Sun City gehört
mit zu den besten Hotels der Welt...am Besten ihr
schaut euch einfach die Bilder an! Leider hatte ich meine
Kamera nicht dabei, als ich mich in den Palace "geschmuggelt"
habe...
Übrigens gezockt haben wir nicht, also ich bin auch nicht in
Gefahr gelaufen hier zu meiner steigenden
"Wasserpfeifensucht"(in ZA hubly genannt) noch
eine Spielsucht zu entwickeln!;)

Außerdem haben Jozo und ich letzte Woche versucht unsere
Golf - Skillz auf der Driving Range zu verbessern...aber im
Golfen bin ich ehrlich gesagt "useless"!;)
Mittlerweile eine Jogging-Strecke gefunden, die ich zumindest
2 mal in der Woche bewältigen werde! Ihr könnt euch gar nicht
vorstellen wie fertig einen hier eine halbe Stunde laufen macht
...die 1750m ü.M. machen sich echt extrem bemerkbar!

Mittlerweile kann ich auch ein kleines Fazit in Sachen Arbeit
ziehen! Festo Johannesburg funktioniert ganz anders, als
der große Bruder in Deutschland! Die rund 100 Mitarbeiter
hier müssen sich mit einer großen Bandbreite von Problemen
herumschlagen. So kann es schon mal vorkommen, dass
jemand aus der IT sich mit Problemen im Einkaufe etc.
befasst. In Folge dessen ist das Wissen hier eher
in die Breite anstatt in die Tiefe verteilt. Die Leute arbeiten
hier - ohne jemandem nahetreten zu wollen - etwas träger...
die "Deutschen Tugenden" erkennt man erst so richtig,
wenn man sich für eine Weile nicht in Deutschland befindet.
Auf der anderen Seite ist alles (natürlich auch aufgrund der
Unternehmensgröße) persönlicher. So hat mir z.B. der Finance
Manager nach unserem zweiten "Briefwechsel" per E-Mail
das "Du" angeboten. Meine Aufgaben sind vorwiegend
kleinerer Art...meistens unterstüzte ich kommunikative
Probleme und helfe das UMS hier zu optimieren.
Zudem werde ich ein paar Kollegen hier die Möglichkeit
des "Web Conferencing" nahebringen.

Das schöne Wetter hat heute ein jähes Ende gefunden...hier ist es
15°C und es regnet zum ersten Mal seit ich in Südafrika bin! Eine
wirklich schlechte Kombination zumal hier die Klimaanlage nicht
abgeschaltet werden kann!Also ich sitze mit Jacke im Büro!


Grüße aus ZA!

Kai

Montag, 17. September 2007

Südafrika und Freiheit

Hi!

Schon wieder eine Woche passé und es gibt Einiges zu erzählen...
...letztes Wochenende waren wir am Vaal Dam, um Biancas 18. Geburtstag zu feiern.
Der Vaal Dam ist ein Stausee, ca. 45min von Alberton entfernt, an dem meine
Gastfamilie ein Ferienhaus besitzt. (siehe Webalbum "Vaal Dam")

Südafrika hat zwei absolut gegensätzliche Gesichter, vor allem was die individuelle Freiheit angeht:
Zum einen zieren Mauern jedes Haus und Einlassschranken jeden Gebäudekomplex. Die Menschen sind gezwungen sich der Kriminalität anzupassen, indem sie bestimmte Gebiete meiden, nicht nach Dämmerung alleine auf der Straße bewegen, in keine Routinen bei Einkaufszeiten oder den Arbeitszeiten zu verfallen, etc.
Auf der anderen Seite ist Südafrika aber auch ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ich will ein Geschäft aufmachen, dann mache ich eben ein Geschäft auf ohne großen Papierkram und Bürokraten-Wirrwarr. Ich schraube an meinem Auto herum und muss deswegen nicht gleich zum TÜV rennen, damit mein Versicherungsschutz nicht erlischt. Zudem ist alles hier größer und weiter...das fängt bei den Straßen hier an und hört bei den ganzen Einkaufsmalls auf. Hier leben eben gerade mal 50 Millionen Menschen auf einem Gebiet, das 3,6mal so groß ist wie Deutschland.
Auf jeden Fall hat man hier unzählige Möglichkeiten Spaß zu haben. Dinge wie Quads, Jetskies, ein Ferienhaus, undundund kann man sich hier relativ leicht realisieren. Diese Freiheit wirkt sich auch stark auf die Leute hier aus, da jeder sein Ding durchziehen kann und weniger an ein starres System gebunden ist.

Auf die weiteren Probleme, die wiederum damit verbunden sind (vor allem der starke Arm-Reich-Gegensatz und Schwarz-Weiß) will ich in späteren Posts eingehen. Natürlich kann ich die Umstände hier auch nur richtig aus der "weißen", reichen Perspektive oder zumindest der halbwegs neutralen Besucherebene schildern.
Fakt ist aber, dass, auch wenn fast alles komplett anders ist, als im gut organisierten Deutschland, das Leben hier doch auch irgendwie funktioniert.

Um auf das Wochende zurückzukommen...wir haben natürlich kräftig gefeiert
und es uns gut gehen lassen. Die Bilder sprechen eigentlich für sich.

Ich freue mich auf eure Kommentare, Nachrichten, E-Mails etc.

Grüße
Kai

Montag, 10. September 2007

Nach einer Woche

Hi an alle!

Eine gute Woche ist seit meiner Ankunft verstrichen, höchste Zeit also für ein weiteres Resümee...

Bei Festo Johannesburg herrscht ein wirklich angenehmes Arbeitsklima. Alles ist viel kleiner als im Headquarter und jeder kennt sich. Meine Aufgaben beschränken sich bisher auf kleinere Dinge wie Übersetzungen und hier und da ein paar kleinere Sachen.
Mittlerweile habe ich sogar einen Bakkie (siehe Album: Erste Eindrücke) gestellt bekommen, mit dem ich mich durch den täglichen, teilweise unglaublichen Stau kämpfe.

Die Südafrikaner sind alle sehr relaxed, so dass nach Feierabend eher irgendwo enstpannt und Wasserpfeife geraucht wird, anstatt noch groß Unternehmungen in Angriff zu nehmen. Immerhin habe ich es zumindest einmal in das luxuriöse Fitnessstudio um die Ecke
geschafft. Das Essen und Trinken ist hier um Einiges billiger als in Deutschland und kostet rund die Hälfte. Ich sollte also trotz meiner geplanten Ausflüge halbwegs mit meinem Geld hinkommen.

In Sachen Kriminalität habe ich bisher zwei Einbrüche von einem Freund und einem Kollegen
mitbekommen. Es gibt hier ein paar Dinge an die man sich halten sollte, wie z.B. nicht immer zu den gleichen Zeiten zur Arbeit zu gehen oder sicht nach Anbruch der Dunkelheit alleine auf der
Straße zu bewegen. Das Kriminalitätsproblem ist also auf jeden Fall nicht wegzureden, obwohl tagsüber alles ruhig ist und alle Leute sehr freundlich sind. Südafrika wird übrigens zurecht als Regenbogennation bezeichnet. So stellen die Schwarzen ca 80% der Gesamtbevölkerung, die Weißen 10% und die restlichen 10% der Menschen sind Farbige aus allen möglichen Ländern, vorwiegend aus Indien.

Am Samstag sind wir in die Drakensberge gefahren, die sich über 1000km in der Provinz Ostkap erstrecken. Die Drakensberge sind praktisch wie der Grand Canyon nur umgekeht...dort hört man so gut wie kein Geräusch und der Ausblick ist absolut atemberaubend. Die Menschen im nahegelegenen Qwa qwa leben unter den absolut grundlegendsten Verhältnissen, wecken aber den Anschein auch kein "westliches" Leben führen zu wollen. (Vielleicht schreibe ich zu diesem brisanten Thema mal einen Extra-Post)

Ansonsten geht es mir bestens und ich versuche soviele Erfahrungen wie nur möglich aufzunehmen. Ach ja, mit meinem Englisch komme ich sehr gut zurecht, ich stoße nur manchmal an meine Grenzen was den Wortschafz betrifft, da einem oft ein spezifisches Wort fehlt. Und da viele Fragen: Ich kann nicht sagen, ob es in Deutschland oder Südafrika besser ist. Beide Länder sind echt um 180° anders, so dass ein Vergleich gar nicht möglich ist...außer vielleicht was das Wetter angeht: Das ist hier in Johannesburg DEFINTIV 10mal besser! (Ausgenommen man ist begeisterter Wintersportler!)

Grüße an alle in good old Germany!

Kai

Sonntag, 2. September 2007

Die Ankunft

Hi zusammen!

Der 13-stuendige Flug ist ueberstanden und ich bin
wohlerhalten in Joburg angekommen.
Hier ist alles groesser als in Deutschland, vor allem die Häuser
sind unglaublich...ein Pool ist Standard, manche haben sogar
einen eigenen Tenniscourt!
Total ungewohnt ist natürlich die Linksfahrerei und die hohen
Mauern, die um jedes Haus gebaut sind!
Seit ich hier bin habe ich noch keine einzige Wolke am Himmel
gesehen und die Leute sind auch total freundlich!
Ihr koennt mich unter meiner ZA-Handynummer
0027(0)729150331 erreichen!
Soviel zu den "Standard"-Infos...ich werde naechste Woche
mehr berichten und auch ein paar Bilder anfügen!

Bis dann!